Schnell erklärt

31.01.2021

Was mit Übers­terb­lich­keit gemeint ist

Im Zusammenhang mit Corona taucht der Begriff Übersterblichkeit häufig in den Medien auf. Doch was bedeutet er? Hier gibt’s die Antwort.

© Sreenshot: Statistisches Bundesamt/WISTA

Die Grafik zeigt die wöchentlichen Sterbefälle in Deutschland 2020/2021 (rote Linie) und den Durchschnitt der vier Vorjahre. Insbesondere die 2. Corona zeichnet sich deutlich ab.

Die Zahl der Toten schwankt von Jahr zu Jahr unter normalen Bedingungen kaum und lässt sich daher relativ gut abschätzen. Von Übersterblichkeit ist dann die Rede, wenn die Todeszahlen erheblich über dem langjährigen Mittelwert liegen. Ein Auslöser war beispielsweise Corona, wie Zahlen des Statistische Bundesamtes zeigen. Aufgrund der Pandemie gab es in einigen Wochen und Monaten mehr Tote als sonst üblich, daher tauchte der Begriff Übersterblichkeit vielfach in den Medien auf und wurde so vielen Menschen erst geläufig. Statistische Ausreißer können aber auch eine schwere Grippewelle oder eine lang andauernde Hitzewelle im Sommer sein, der vor allem viele Ältere zum Opfer fallen.  

Der Begriff Übersterblichkeit wird aber beispielsweise auch genutzt, um die Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen den Geschlechtern über die gesamte Lebensspanne zu beschreiben. Denn nach wie vor ist die Sterbewahrscheinlichkeit bei Männern in allen Altersstufen höher als bei Frauen, was genetische und verhaltensbedingte Ursachen hat. Sehr markant ist beispielsweise die Übersterblichkeit von Männern im Vergleich zu Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die vor allem auf „nicht natürliche“ Todesursachen wie Verkehrsunfälle, Selbstmorde oder Drogenmissbrauch zurückgeht. Bevölkerungsforscher sprechen für diesen Zeitraum auch gern von einem „Unfallgipfel“.